ADV Felicitas Hammonia Hamburg
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Geschichte der Damenverbindungen

 

Damenverbindungen sind Studentenverbindungen, die im Gegensatz zu vielen anderen Korporationen ausschließlich Frauen aufnehmen.

 

Damenverbindungen teilen mit den älteren rein männlichen Verbindungen das Lebensbund- und das Conventsprinzip und haben vielfach die äußerlichen Merkmale bestehender Verbindungen, wie Couleur und Comment, übernommen – nicht jedoch die Mensur. Als jüngste Entwicklung gibt es jedoch derzeit zwei Damenverbindungen, die das studentische Fechten erlernen um ggf. einmal eine Mensur durchführen zu können.

 

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Frauen regulär zum Studium an deutschen Universitäten zugelassen. In Baden geschah dies im Jahr 1900, in Preußen acht Jahre später. Von Beginn an bestand auch bei ihnen, wie auch zuvor bei ihren männlichen Kommilitonen, der Bedarf, sich in studentischen Gruppen zusammenzuschließen.

 

Noch bevor die ersten Frauen im Deutschen Kaiserreich und Österreich promovieren durften, hatten sich bereits an mehreren Hochschulorten Damenverbindungen gegründet. Die erste war der 1899 in Bonn gegründete Club der Namenlosen. Dieser wandelte sich schließlich zum Verein Studierender Frauen Deutschlands Hilaritas im Verband der Studentinnenvereine Deutschlands. Diesem folgten weitere Neugründungen. Mit der steigenden Anzahl kam es, wie auch zuvor auf männlicher Seite, zur Gründung von eigenen Korporationsverbänden und Verbindungsabkommen. Auf evangelischer Basis wurde 1904 die Deutsche Christliche Vereinigung Studierender Frauen gegründet (20 Vereine). Es folgten 1906 der Verband der Studentinnenvereine Deutschlands (7 Vereine) u.v.m..So gab es während der Weimarer Republik sowie in der Ersten Republik in Österreich weitaus mehr korporierte Frauen und in Verbindungen integrierte Studentinnen als heutzutage.

 

Bis zum Jahr 1933 existierten etwa 100 Verbindungen von Studentinnen. Obwohl nach der nationalsozialistischen Ideologie die Berufstätigkeit von Frauen auch in akademischen Berufen nicht gewünscht war, waren in der Zeit des Nationalsozialismus im Deutschen Reich Frauen weiterhin an den Universitäten vertreten. Später, vor allem im Zweiten Weltkrieg, nahm ihre Zahl sogar zu, denn es wurde Ersatz für die im Krieg eingesetzten Männer gebraucht. Studentische Verbindungen für Frauen wurden aber aufgrund der Gleichschaltung nicht zugelassen. Und im Jahr 1938 wurden schlussendlich alle studentische Vereinigungen, ob nur für Männer oder Damen komplett verboten. In Deutschland und Österreich waren nach dem Zweiten Weltkrieg durch die alliierten Militärregierungen zunächst alle studentischen Gemeinschaften verboten. Viele hatten der Gleichschaltung nicht genügend Widerstand entgegengesetzt, die alten Rituale und die an Uniformen erinnernden Chargiertenwichse lösten bei den Alliierten Skepsis aus. Diese wich jedoch nach und nach, die Korporationen wurden wieder zugelassen und begannen neu aufzuleben. Während die Verbindungen mit männlichen Mitgliedern ziemlich rasch wieder Fuß fassen konnten, gelang dies den Studentinnenverbindungen jedoch nicht.

 

Erst ab Mitte der 1970er-Jahre kam es zu Neugründungen von Damenverbindungen. Die älteste Damenverbindung aus dieser Zeit ist die textile und technische Damenverbindung Ferra Floris zu Münchberg & Hof, die am 25. Mai 1976 in Münchberg publiziert wurde. Erst ab Mitte der 1980er-Jahre stieg die Zahl weiblicher Korporierter, wenn auch langsam, wieder an. Dies geschah zum Teil in gemischten Verbindungen und teils in reinen Damenenverbindungen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, Korporationen würden fast ausschließlich Männer aufnehmen und Frauen ausschließen, gibt es in Österreich und Deutschland bereits Dutzende sowohl gemischte als auch rein weibliche Verbindungen. Jährlich kommen Neugründungen hinzu. Seit 1989 tauschen sich die heutigen Damenverbindungen beim internationalen Damenverbindungstreffen (DVT) aus, das alljährlich an einem anderen Hochschulort stattfindet. Und seit 2017 gibt es das Norddeutsche Kartell weiblicher Korporationen, gegründet durch die ADV Concordia Feminarum zu Kiel, ADV Helenia Monasteria Münster, Mädelschaft Bremensia Braunschweig, ADV Victoria Hannover und ADV Gratia Aurora Greifswald. Es dient der interkorporativen Vernetzung und der Förderung angehender Akademikerinnen durch den gegenseitigen Austausch, durch regelmäßige gegenseitige Besuche und Treffen.

 

Heute gibt es ca. 60 aktive Damenverbindungen in Deutschland, darunter musische, jagdlich orientierte, christliche u.v.m Damenverbindungen.

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